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Chronik
Im Jahre 1924 wurde der Musikverein unter dem Namen Musik-Kapelle
Auenstein gegründet. Karl Gemmrich, Otto Luithle, Wilhelm Gemmrich,
Karl Michelfelder, Karl Britsch, Karl Pfeiffer, Hermann Groß, Karl
Michelfelder K. S. waren die Gründungsmitglieder. Der erste Vorsitzende
war Gottlieb Viel. Ursprünglich wurden nur aktive Mitglieder zugelassen,
die trotz schwerer wirtschaflicher Zeit den damals stolzen Betrag
von 50RM zur Instrumenten-Anschaffung aufbringen mußten. Auch der
monatliche Beitrag von einer RM war beachtlich. Heinrich Krüger
aus Beilstein war der erste Dirigent der Kapelle. Über sechs Jahre
dirigierte er den Verein.
Das Jahr 1927 bedeutete eine Etappe in der Vereinsgeschichte. Passive
Mitglieder durften nunmehr aufgenommen werden. Dies führte zur Namensänderung
der Musik-Kapelle in den bis heute erhaltenen Namen "Musikverein
Auenstein". Neuer Vorsitzender wurde Karl Gemmrich. Schriftführer
Otto Gemmrich, Kassier Karl Michelfelder K. S., aktive Ausschußmitglieder
Karl Britsch und Karl Pfeiffer, passive Ausschußmitglieder August
Schäfer und der damalige Bürgermeister Siegele. Die Leitung der
Kapelle übernahm Herr Rüdenauer aus Sontheim, unter dessen Stabführung
große Fortschritte gemacht wurden.
Beim Wertungsspiel am 12. Juli 1931 in Weinsberg konnte die Kapelle
in der Unterstufe einen 1a-Preis erspielen. Noch in diesem Jahr
trat Karl Gemmrich als 1. Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde
der aktive Spieler Otto Luithle.
Mit Erringung eines 1b-Preises bei den Wertungsspielen des Bezirksmusikfestes
1933 in Ilsfeld neigte sich eine erfolgreiche Zeit zu Ende. Herr
Rüdenauer mußte aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock niederlegen.
Für Ihn sprang der heutige Ehrendirigent Karl Gemmrich in die Bresche,
der es schwer hatte in den politischen Auswirkungen des Nationalsozialismus
die aktiven Musiker zusammenzuhalten. Die Gründung der SA und anderer
Parteiorgane dezimierte das Häufchen der Aufrechten immer mehr.
Der Probenbesuch fiel rapide ab, mit den Einnahmen war es nicht
anders. Durch Beitragssenkungen auf 25Pfg. monatlich versuchte man
die Mitglieder zu halten. Nur noch Partei-Festen und -Feiern entsann
man sich des Musikvereins. Symtomatisch für den am Boden liegenden
Verein ist ein Ausschnitt aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung
von 1937: "Dem Kassier wurde die Kasse übergeben mit einem
Betrag von 60Pfg." Nur noch 15 aktive und 11 passive Mitglieder
zählte der Verein. Auf der Suche nach Verbesserung der Verhältnisse
arrangierte sich Dirigent Karl Gemmrich mit dem damaligen Feuerwehrkommandanten
Ernst Bartenbach und gliederte die Kapelle in die Feuerwehr ein.
Der Probenbesuch wurde dadurch zur Pflicht. Zu einer neuen Blüte
des Vereins blieb aber keine Zeit mehr. Der Ausbruch des zweiten
Weltkrieges und die Mobilisierung vieler Musiker machten einen Spielbetrieb
unmöglich. Die Kameraden Wilhelm Böhringer, Felix Groß, Wilhelm
Pfeiffer, Karl Weidler und Otto Walter kehrten aus dem Krieg nicht
mehr in die Heimat zurück.
Bis zum Jahr 1950 dauerte es, bis sich jugendliche Musikfreunde
mit den alten Aktiven zusammenschlossen und den Verein wieder aufleben
ließen. Nimmermüde stellte sich Karl Gemmrich als Dirigent wieder
zur Verfügung. Vorsitzender wurde Reinhold Weber. Ein kontinuierlicher
Aufstieg gab dem Verein sein Gepräge. Beim Bezirksmusikfest 1953
in Neckargartach konnte der Musikverein einen zweiten Rang erspielen.
Seit 1954 ist der Musikverein Auenstein Mitglied des Süddeutschen
Volksmusikerbundes.
1958 fuhr Reinhold Weber mit dem Bürgermeister, dem Vorstand des
Liederkranzes und einigen weiteren Bekannten nach Auenstein/Schweiz
und nahm mit der dortigen Musikgesellschaft Kontakt auf. Daraus
entwickelte sich dann eine echte Freundschaft. Schon ein Jahr später
besuchten die Schweizer Musikfreunde unser Gartenfest und noch im
gleichen Jahr fand der Gegenbesuch unseres Vereines in der Schweiz
statt.
Das zivile Auftreten war nicht mehr zeitgemäß. Der Verein mußte
sich zur Anschaffung einer Uniform entschließen. So wurde im Jahre
1962 eine Alteisensammlung in der Gemeinde durchgeführt. Der Erlös
zusammen mit einem Kostenbeitrag der Gemeinde sowie Spenden von
Musikfreunden und einem Griff in den eigenen Beutel der Aktiven
ermöglichte die Kostspielige Uniformierung.
Ein schöner Erfolg für den Musikverein war das 40-jährige Jubiläum.
17 Kapellen kamen nach Auenstein, unter Ihnen der Musikverein Seedorf
(Schwarzwald) und fast schon selbstverständlich die Musikgesellschaft
Auenstein/Schweiz. Noch in diesem Jubiläumsjahr mußte Dirigent Karl
Gemmrich aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit beenden. Über
30 Jahre hat er in selbstlosr Weise und mit viel Liebe seine Zeit
dem Musikverein gewidmet. Der Musikverein ernannte Ihn zu seinem
Ehrendirigenten.
Ein glücklicher Griff machte der Verein mit der Verpflichtung des
Dirigenten Heribert Leibfried aus Neckarsulm. Dieser widmete sich
in besonderem Maße der Jugendausbildung. Seine Aufgeschlossenheit
gegenüber der modernen Musik brachte dem Verein einen neuen Aufschwung.
Diese fruchtbare Zusammenarbeit mußte zwangsweise Erfolge zeitigen.
1967 errang der Musikverein beim Wertungsspiel in Brackenheim einen
ersten Rang mit Auszeichnung und 1969 folgte ein ebensolcher erster
Rang in Obereisesheim.
Nach über 19-jähriger Tätigkeit legte Reinhold Weber im Jahre 1969
den Vorsitz nieder. Für seine stetige Einsatzbereitschaft und seine
vielen Verdienste um den Verein wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.
Sein Nachfolger wurde das aktive Mitglied Willy Walter. Aus beruflichen
Gründen stellte er sein Amt 1973 wieder zur Verfügung. Auch Dirigent
Leibfried verabschiedete sich 1973 von Auenstein.
Nun übernahm Erwin Pötsch die Vereinsleitung unterstützt durch den
unermüdlichen Willi Fischer. Als Dirigent konnte Paul Hofmann aus
Talheim verpflichtet werden.
Ein weiterer Höhepunkt war 1974 das 50-jährige Vereinsjubiläum.
Neben zahlreichen Gastkapellen überraschte es nicht, daß wie selbstverständlich
die Musikgesellschaft Auenstein/Schweiz wieder zu Gast war. Ehrenvorsitzender
Reinhold Weber erhielt für 19-jährige Tätigkeit als 1. Vorsitzender
und Karl Gemmrich für 30-jährige Tätigkeit als Dirigent die Bundesfördermedaille
in Gold des Deutschen Volksmusikerbundes verliehen.
1978 schied Erwin Pötsch altershalber aus seinem Amt, seine Nachfolge
trat Siegfried Lanzinger an.
Im Frühjahr 1979 wurde die 20-jährige Freundschaft mit Auenstein/Schweiz
gefeiert. Die Festlichkeit konnte in der zwischenzeitlich erbauten
Schloßberghalle begangen werden. Beim Kreismusikfest in Öhringen
erspielte man sich einen 1. Rang.
1981 wurde das Schozachtaler Blasmusikkonzert ins Leben gerufen.
Die Musikvereine aus Ilsfeld, Talheim, Heinriet und Auenstein taten
sich zusammen um so die konzertante Musik der Bevölkerung etwas
näher zu bringen. Seither erfreuen sich diese jährlichen Konzerte
steigender Beliebtheit.
1983 erfolgte erneut ein Dirigentenwechsel, Paul Hofmann verabschiedete
sich nach 10-jähriger Tätigkeit in Auenstein. Sein Nachfolger Norbert
Rust kommt aus den eigenen Reihen und wurde seit Jahren systematisch
für diese Tätigkeit aufgebaut.
Der Musikverein war in seinem Jubeljahr 1984 weiterhin bemüht, das
erreichte Niveau zu halten und möglichst noch zu steigern. Besondere
Freude und Genugtuung empfand die Vereinsleitung darüber, daß wieder
die Schweizer Freunde ihr Kommen zusagten. Zu den 60 Jahren Musikverein
gesellten sich nun 25 Jahre Freundschaft zwischen den beiden Vereinen.
Hier hat das völkerbindende Element "Musik" im wahrsten
Sinne des Wortes Wurzeln geschlagen. Die 60-Jahr-Feier fand vom
25.-28. Mai 1984 im Festzelt in den Dorfwiesen, gegenüber der Firma
Karosserie Brixner statt.
Top Secret war bis zum Festsonntag das Mitbringsel der Schweizer
Musikfreunde. Am Sonntagmorgen wurde das Geheimnis gelüftet. Beide
Musikkapellen versammelten sich vor der Schloßberghalle in Auenstein.
Die beiden Vorsitzenden sowie Bürgermeister Bürkle pflanzten eine
Freundschaftslinde ein, eine Gedenktafel wurde angebracht.
Völlig unerwartet verstarb das aktive Mitglied Willi Pohl, kurz
vor der Jubiläumsveranstaltung.
1986 verstarb der 2. Vorsitzende und aktive Musiker Bernhard Walter
im Alter von 27 Jahren. Dramatisch damals für den Verein, da er
als der nächste 1. Vorsitzende auserkoren war. Erich Baier übernimmt
kommissarisch das Amt des 2. Vorsitzenden.
Im selben Jahr gingen für immer von uns, der Ehrendirigent Karl
Gemmrich sowie der Ehrenvorsitzende Reinhold Weber.
Beim Jugendkritikspiel in Ellhofen erhält die Jugendgruppe des Musikvereins
die Note gut.
Beim Wertungsspiel am 24. Mai 1987 in Leingarten erspielt sich die
Kapelle einen 1. Rang.
1988 folgte der Verein einer Einladung der Musikgesellschaft Auenstein/Schweiz
zu einem Freundschaftstreffen.
1989 nach langjähriger Tätigkeit als Kassier übergibt Siegfried
Käfer die Kassengeschäfte an Gerhard Gemmrich.
Am 28. Mai 1989 nahm die Kapelle am Wertungsspiel in Heilbronn-Böckingen
teil und erreichte einen 1. Rang.
Nach 13 Jahren erstklassiger Tätigkeit als 1. Vorsitzender stellt
sich Siegfried Lanzinger nicht mehr zur Wahl. Als Nachfolger wird
Dieter Kurrle gewählt. Das Amt des 2. Vorsitzenden wird Klaus Bartenbach
übertragen.
1990 fand in der Schloßberghalle in Auenstein ein Freundschaftstreffen
mit der Musikgesellschaft Auenstein/Schweiz statt.
Am 2. Juni 1991 nahm die Kapelle am Wertungsspiel in Weinsberg teil
und erhielt einen 1. Rang mit Belobigung.
Bedingt durch familiäre Gründe stellte Dieter Kurrle sein Amt als
1. Vorsitzender zur Verfügung. Die Vereinsleitung konnte Klaus Sutschu
für dieses Amt vorschlagen, die Hauptversammlung wählte ihn einstimmig
in das Amt.
29. und 30. Mai 1992 folgte die Kapelle der Einladung nach Auenstein/Schweiz
anläßlich der Fahnenweihe und Teilinstrumentierung.
Zum 50. Geburtstag am 24.7.1992 wird Siegfried Lanzinger ein Ständchen
gespielt. Als Geburtstagsgeschenk und für besondere Verdienste zum
Wohle des Vereins wird er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Daß der Verein ohne Hilfe von außen nicht existieren kann, ist dem
Verein bewußt. Dank sei der Bevölkerung, die den Verein zum einen
tatkräftig unterstützen, zum anderen durch ihren Besuch der einzelnen
Veranstaltungen, wie das "Schozachtaler Blasmusikkonzert",
dem "Straßenfest/Musikfest", der "Kirchweih",
der "Weihnachtsfeier" und dem "Maibaumstellen"
besuchen.
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